Transformation zum Lean-Hospital – ein Wissenskompendium

Man hört das Stöhnen förmlich: Uff, jetzt müssen wir das auch noch nebenbei machen, wo wir doch eh schon so viel Papier- und Orgakram erledigen müssen. Das sind häufige und verständliche Stoßsäufzer. Aus anderen Branchen weiß man vielleicht, worin die Hilfe bestehen könnte. Optimierungskonzepte wie Lean und Six Sigma haben mit ihren Methoden und Werkzeugen in der Industrie vielfach für schlankere Prozesse und geringere Fehlerwahrscheinlichkeiten gesorgt. Aber kann etwas, was in den kalten Industriehallen erfolgreich ist, auch im warmherzigen Gesundheitswesen von Nutzen sein?

Richtig ist, das Gesundheitswesen steht vor grossen Herausforderungen. Dazu zählt eine steigende Erwartungshaltung der Patienten und ein wachsender ökonomischer Druck. Allerdings: während hier noch Skeptiker (nichts gegen gesunde Skepsis) zögern, haben dort Praktiker wissenschaftlich fundierte Methoden (aber wenn überprüftes Wissen vorhanden ist) zur Anwendung gebracht und das Instrumentarium aus Lean Manufacturing und Six Sigma auf die Situation im Krankenhaus angepasst: Unter dem Begriff Lean-Hospital sind vor allem in den USA die Arbeit etwa der Stationen verschlankt, Verschwendung (Material aber vor allem auch Zeit) bekämpft und die Prozessvariation und damit die Fehlerrate verringert worden. Der zentrale Claim analog zum Lean Manufacturing zu könnte lauten: Alles, was nicht dem Patienten-/Klientenwohl dient ist Verschwendung.

Die Effizienz der Prozesse zu verbessern, ohne dabei Qualitätseinbussen zu riskieren, erfordert radikale, innovative Lösungsansätze. Nach einigem Zögern erlebt Lean als ein solcher Ansatz in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung, insbesondere auch im Gesundheitswesen. Immer mehr Gesundheitsorganisationen entdecken das immense Prozessoptimierungspotential dieser Philosophie. Um effizienter gemäss der Lean-Philosophie zu arbeiten, ist aber schon ein umfangreicher Kulturwandel notwendig. Doch wie ist dieser zu vollziehen? In Europa sind es vor allen anderen die Schweizer, die hier die Vorreiterrolle einnehmen. Und so erstaunt es nicht, dass jetzt in der Schweiz ein Kompendium erscheint, das das aktuelle Wissen zum Thema Lean-Hospital auf den Punkt bringt.

LHT-BOK - Das Fachbuch für Lean im GesundheitswesenDabei handelt es sich nicht um eine Sammlung theoretischer Abhandluungen, sondern um konkrete und kompakte Darstellungen der anwendbaren Methoden und Instrumente in der Praxis des Krankenhauses – einschließlich und zu vorders eines Transformations-Masterplans zur Umsetzung des Konzepts Lean-Hospital. Also ein Arbeitmittel für alle beteiligten aus Medizin, Pflege, Verwaltung und zur Unterstützung externer Lean-Coaches – leicht verständlich und ansprechend Aufgemacht.

Ein Team aus Praktikern und Akademikern um Alfred Angerer, Professor für Management in Health Care, Operations and Supply Chain Management an der Zurich University of Applied Sciences hat hier das Lean-Wissen der Wissenschaft und der Lean-Community gesammelt und im LHT-BOK oder „Lean Healthcare Transformation-Body of Knowledge“ strukturiert vereint. Damit liegt nun ein standardisiertes Referenz-Werk («Body of Knowledge») zum Thema Lean im Gesundheitswesen vor, das die drei Grundfragen der Lean-Transformation beantwortet:

  • Why? Warum ist Lean lohnenswert?
  • How? Welche Transformationsschritte sind notwendig, um eine Lean-Organisation zu werden?
  • What? Welche Konzepte und Werkzeuge sind dafür zu nutzen?

Zu Beginn der Reise müssen diese Fragen beantwortet werden. wer wissen möchte, wie Lean-Management im Gesundheitswesen funktioniert, erfährt mit diesem Wissenskompendium den Weg zum Lean-Hospital Schritt für Schritt. Das LHT-BOK veranschaulicht die Umsetzung von Lean-Management auf über 250 Seiten und erleichtert die Umsetung in den eigenen Abteilungen und Stationen. Es basiert auf der Analyse von über 800 Publikationen aus dem Bereich Lean-Transformation und bündelt das Wissen zahlreicher Lean-Experten.