Laut, schwungvoll, farbenfroh: Rampensau?

Action, die Sau rauslassen und so einen richtigen Auftritt hinlegen. Dies sind Fähigkeiten, die wunderbar sind, um viel Aufmerksamkeit zu erregen und Bewunderung zu generieren. Und das ist nützlich – vor allem im Marketing oder für jene, die Lautstärke, Schwung oder Farbigkeit favorisieren.

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Für Nobodies und angehende Rampensäue gibt es viele Ratschläge. Hier ein Literaturhinweis: https://marketerbase.com/shop/rampensau/ Rezensionen zu diesem Ratgeber gibt es sicher schon. Bitte googln. Es geht irgendwie um das Vielgeldübersinternetverdienen, Influenzerwerden, Finanziellefreiheiterreichen und Ganzvielzeitfürdiewichtigen-dingeimlebenhaben – Schritt für Schritt. Also: wer das so gerne haben möchte, ne.
Im Coaching geht es dann doch leider meistens … um Arbeit. Aber auch Schritt für Schritt.

Allerdings: das kontrastiert gelegentlich etwas mit den Anforderungen, die an einen Coach gestellt sind, denn die Arbeit von Coaches besteht nicht darin, Klient/innen zu überzeugen, dieses oder jenes zu tun. Im Gegenteil: seriöse Coaches setzen ihr Methodenwissen eben nicht dazu ein, Ihnen eine bestimmte Handlungsweise nahezulegen oder Sie zu etwas zu überreden, sondern in Zusammenarbeit die eigenen Lösungswege und Ergebnisse der Klient/innen zu co-kreieren. Und für gewöhnlich bezeichnen sie niemanden als Nobody, der ihre Dienste nicht in Anspruch nimmt. Auch der Wunsch, an seinem selbstsicheren Auftritt beim Präsentieren vor großen Gruppen zu arbeiten, kann hier zu einem SMARTen* Ziel werden. Wie einfach das dann ist, hängt von vielen individuellen Einflussfaktoren ab. (Obwohl es nie schadet auch mal ein gutes Buch darüber zu lesen. Für Empfehlungen stehe ich gerne zur Verfügung.) Im Coaching bestimmen und klären immer Sie, die Klient/innen, als ‚Owner‘ die Ziele und Themen und damit die Richtung! Alles andere wäre suggestiv; und damit wäre der Job verfehlt. (Ich selbst würde als Klient ein solches „Coaching“ abbrechen.)

  • * Kleine Anspielung auf das Konzept der SMART-Kriterien.

Aus diesem Grund ist man als Coach immer etwas in der Zwickmühle, was den Marketingauftritt angeht, da man einerseits gerne die Aufmerksamkeit potentieller Klient/innen gewinnen möchte und zum anderen klar signalisieren will, dass hier Seriosität und klare, fokussierte Arbeit an den Themen und Anliegen von Klient/innen im Zentrum steht. Das ist zwar nicht schrill, aber schon ziehmlich überzeugend.

Aus der Klient/innen-Perspektive führt dann letztlich nichts an einem ausführlichen Kennenlerngespräch vorbei, in dem man sich gegenseitig die Erwartungen, Themen oder Ziele vorstellt und Coaching-Konzeption und Arbeitsweise erläutert. Diesen Rubikon* müssen Sie überschreiten.

  • * Kleine Anspielung auf das Rubikon-Modell der Handlungsphasen.

Wenn man in sozialen Medien einmal zu viel das Keyword „Coach“ oder „Coaching“ verwendet hat, wird man geradezu überschüttet mit Angeboten darüber, wie man lernt mehr zu verkaufen, indem man lernt … ja was denn eigentlich. Großes Geheimnis, das gelüftet wird, wenn man sich irgendetwas ganz schnell sichert! Offen gesagt: ich habe selbst genug Erfahrung im Sales-Bereich erworben, um zu wissen, dass Verkauf viel Arbeit ist, und gute Vorbereitung und seriöses Vorgehen bedeutet. Das gilt erst recht im Coaching. Denn ein drängender, aggressiver oder gar manipulativer Verkaufsstil ist hier ein No-Go. Es geht schließlich darum Vertrauen für eine gute Arbeitsbeziehung zu gewinnen und nie um Geschäft um jeden Preis. Wer das will, sollte sich nicht gerade das Coaching als Metier suchen. Da gibt es sicher anderes. Zum Beispiel Ratgeber schreiben, vielleicht. Darüber wie alles ganz einfach geht. Oder Keynotes speaken? Sehr trendy.

Deshalb trauen sie sich ruhig: Wenn Sie auf der Suche nach einem Coach sind, sollten wir ins Gespräch kommen. Fragen Sie gerne unverbindlich an. Und keine Sorge: Wenn es dann verbindlich werden muss, sag ich´s ihnen. Rechtzeitig! Versprochen.

Suchen Sie eher einen weiblichen Coach, vermittle ich Ihnen gerne den Kontakt zu Kolleginnen im ergebnisorientierten Coaching.

Wenn Sie selbst Coach werden möchten und eine Coachingausbildung suchen, empfehle ich Ihnen als solide Grundlage die Ausbildung zum Ergebnisorientierten Coaching Prof. Greif – evaluiert und wissenschaftlich fundiert.

Zu den hier erwähnten Methoden im Coaching einige Literaturhinweise:

Gollwitzer, P. M., Kuhl, J., & Heckhausen, H. (1996). Das Rubikonmodell der Handlungsphasen. In J. Kuhl & H. Heckhausen (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie, Bd 4, Motivation, Volition und Handlung, S. 531 582). Göttingen: Hogrefe.

Grant, A. M. (2018). Ziele im Coaching. In S. Greif, H. Möller & W. Scholl (Hrsg.), Handbuch Schlüsselkonzepte im Coaching (S. 1-13). Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.

Locke, E. A. & Latham, G. P. (2002). Building a practically useful theory of goal setting and task motivation. American Psychologist, 57(9), 705-717.

Storch, M. (2009). Motto-Ziele, SMART-Ziele und Motivation. In: B. Birgmeier (Hrsg.), Coachingwissen. Denn sie wissen nicht was sie tun (S. 183–206). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Whitmore, J. (1992). Coaching for performance: GROWing people, performance and purpose (4th reprinted ed. 2010). London: Nicholas Brealey Publishing.

Whitmore, J., Kauffman, C. & David, S. (2013). GROW grows up: From winning the game to persuing transpersonal goals. In S. David, D. Clutterbuck, D. & D. Megginson (Hrsg.), Beyonf Goals. Effective Strategies for Coaching and Mentoring (S. 245-260). Farnham: Gower.