Wieder stark im Trend: Kombination Online-Marketing und Außenwerbung

In einer Zeit, in der scheinbar nichts stärker dominieren will, als die voraneilende Digitalisierung aller Lebensbereiche – und da sticht vor allem die Geschäftswelt hervor – scheint es erwähnenswert und gar überraschend, wenn Marketer auf klassische Werbemittel zurückgreifen. So wurde ich kürzlich auf einen Beitrag aufmerksam gemacht (Danke Martin!), in dem sich der Autor erstaunt darüber gibt, dass insbesondere Start-Up-Unterrnehmen auf Plakatwerbung zurückgreifen: „Plakatwerbung dürfte mehr als ein Hype sein!“ wundert sich Alexander Hüsing (27. 02. 2015, deutsche-startups.de).

helpingNun, niemand hat behauptet, dass klassische Werbung nicht mehr funktioniert. Vielleicht ist Plakatwerbung keine „moderne“ Werbeform. Aber warum sollten Start-Ups nicht das Richtige tun, wenn es geboten ist? Auch wenn Neugründungen heute nicht ohne eine starke Betonung des Online-(oder E-)Marketing-Mix auskommen werden, gibt es wenige Gründe anzunehmen, dass eine gute Mix-Gestaltung nicht Online-Strategien und klassische Werbeformen und Werbeträger intelligent integriert. Besonders wenn ein starker lokaler oder regionaler Bezug das Geschäftsmodel kennzeichnet, sind solche Werbeträger gefragt, die in der Lage sind, vor allem lokale/ regionale Zielgruppen zu aktivieren.

Plakatwerbung streut sehr stark, ist aber eben very local (fokussiert also lokale/ regionale Segmente) und  bietet vor Ort hohe Reichweite und schnelle und zielgerichtete Kommunikation. Wenn ich also ein lokales Angebot habe (Essenslieferdienst, Putz-Plattform, Einkaufsservice, Wäschedienst), das sich lokal/ regional an viele Alters- oder Einkommenssegmente richtet und schnelle Durchsetzung erreicht werden soll, hier sogar mit konkreter und sofortiger Aktivierung (Rabattgutschein einlösen, Essen testen, Marke kennen), ist Plakatwerbung das Mittel der Wahl.

Das mus jetzt niemanden ins Staunen versetzen (Redakteure berufsbedingt vielleicht schon 😉 ), sondern weist allenfalls darauf hin, dass da jemand sein Handwerk versteht. Mag sein, dass das erstaunlich ist. Keine Ahnung. Also, lokal business, das schnell möglichst alle Alterssegmente erreichen soll, um schnell breite Markenbekanntheit zu erreichen: Plakatwerbung – je nach Alterssegment gestützt durch Anzeigen in regionalen Printmedien mit Verweis auf Handlungsmöglichkeiten (Telefon, Smartphone, xyPad, PC und INTERNET) auch wenn dies den einen oder anderen Medienbruch bedeutet.

Entscheidend ist schließlich kreative Gestaltung, die einerseits die flüchtige Rezeptionssituation berücksichtigt, aber auch Wear-Out-Effete antizipiert. Und richtig ist auch, bei neuer Marke (Start Up) ein großes Budgtet für eine solche Maßnahme zu planen (Big Bang-Effekt, quasi: Stadt zuplakatieren), weil´s sonst doch keiner merkt. Problematischer wäre sicher, ein Plakat irgendwo am Rande einer Datenautobahn aufzustellen.

DOOHDigital-Out-of-Home: Es wundert nicht, dass der Werbeträger mit 9 % Zuwachs gut in die Zeit passen will.

Für mich sieht es so aus, dass diese Gründer verstehen, dass Geschäft immer einen Ort braucht an dem es geschieht, an dem sich der Kunde aufhält und an dem sich Fulfillment konkretisieren muss. Wie wahr und richtig das wohl ist, erfahren wir von Annette Speck in ihrem Beitrag „Außenwerbung im Aufwind“ (, springerprofessional.de) in dem heraussticht, dass neben digitalen Werbeträgern auch das Tortenstück des Out-of-Home-Marktes aus dem Werbekuchen der Zukunft größer abgeschnitten werden muss.

Die digitalen Wolkenkuckucksheime geplatzter Internetblasen sind vielfach nur noch Erinnerung, die Zukunft gehört denen, die es verstehen, ihr lokal und regional wirksames Business mit gut kombiniertem, digital-klassischem Marketing-Mix nach vorne zu bringen. Das allerdings war vor den Zeiten des Dotcom-Hypes schon wahr und richtig.

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Unternehmen stellen sich dem Datenchaos

Datenchaos, klingt das zu negativ? Im Grunde ist hier eine Daten- oder Informationsmenge, eine Dokumenten-Menge gemeint, die mit den bisherigen Recherche-Möglichkeiten und Managementprozessen nicht zufriedenstellend bewältigt werden kann. Aus Sicht von Unternehmen1  und Anwendern sind Informationsfluten Erfolgshindernis und Quelle für Ineffizienz – die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Aus unserer Sicht sind sie eher Herausforderung – eine Schatzinsel mit einem Dschungel aus Informationen oder ein im offenen Meer gesunkenes Schiff. Es gibt keine Schatzkarte, jedoch gibt es semantische Technologien, mit deren Hilfe wir das Terrain (Datenquelle, WWW) durchpflügen können (etwa mit Crawler-Techniken) den Schatz identifizieren (automatische linguistische Analyse) und ihn heben (durch automatische Kategorisierung nach IPTC-Standard zum Beispiel).

Knowledge-Worker unter Druck: Effizientes Arbeiten wird ohne effizientes Knowledge-Management zum Alptraum
Daten sind an unterschiedlichen Orten vorhanden, jedoch ohne einfache Zugriffsmöglichkeit. Anwender haben unterschiedliche Kanäle zum interagieren, benötigen aber schnellere und bessere Antworten/ Ergebnisse. Akteure kommunizieren über eigene Kanäle,um im Sinne eigener Interessen zu Beeinflussen.

In Unternehmen liegen strategische Daten vor allem in nicht-strukturierter Form vor, wie etwa Nachrichten, Artikel, Web-Seiten (Wettbewerber-Websites) und spezifische Dokumente (Patente, interne Memos) und Vieles mehr. Mit „nicht-strukturiert“ ist dabei auch gemeint, dass diese Texte vielfach nicht in Datenbanken organisiert aufgefunden werden können.

Wie soll man also der heranrauschenden Datenfluten Herr werden? Problematisch ist schließlich, dass herkömmliche Systeme und Work-Flows (wie keyword-basierte Suchmaschinen und andere Instrumente zum Abruf von Information) zur Verarbeitung nicht-strukturierter Informationen nicht den Inhalt, das heißt die Bedeutungen von Aussagen in einem Text, berücksichtigen. Sie erweisen sich daher in der Regel als ineffizient für die Analyse großer Textmengen, weil sie nicht im Stande sind zu verstehen, was in einem Dokument diskutiert wird und sind damit nicht in der Lage relevante von irrelevanten Daten zu unterscheiden.

Semantische Technologien fokussieren die Bedeutungen von Begriffen und besitzen die Fähigkeit, sich auf den Inhalt (Themen, Konzepte, nennenswerte Informationseinheiten wie Namen, Orte, inhaltliche Schwerpunkte) zu konzentrieren, unabhängig davon, wie dieser zum Ausdruck gebracht wird. Daher gewährleisten diese Technologien Such-, Rechercheprozessen2  und ebenso Forschungsprozessen3 eine höhere Effektivität und Effizienz.

MJA

1 Aktuell entwickeln sich besonders in folgenden Branchen Anwendungsbereiche für semantische Technologien: Anti-Counterfeiting, Life Science, Pharma, Nachrichtenagentur, Tageszeitung, Verlag, Internetportal, Anzeigen, Werbung, Automotive, Telekommunikation, Mobile, Energy, Finance.
2 facettierte Suchanwendungen und SAO-Zusammenhang (SAO = subject-action/verb-  object relation
3 zum Beispiel Marketing-und Wettbewerbsforschung